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Liebe Eve,

Ich hoffe, dass das Schreiben dieses Briefes eine Zeitverschwendung ist. Dass ich einfach nur paranoid bin und dass ich diesen Brief schreiben und dann ein langes und glückliches Leben führen werde. Besser noch, ich hoffe, dass ich diesen Brief mit Dir lesen werde. Dass Du ihn in einem alten Schuhkarton findest und mich fragst, deinen grauhaarigen, dummen, alten Vater , was für ein Brief das ist ist. Das wäre wunderbar . Dann könnten wir dieses als einen nutzlosen Brief abtun, die ich geschrieben habe, als ich jünger war. Als ich Angst um unser Leben hatte. Es wäre schön, wenn wir gemeinsam darüber lachen.

Aber leider besteht auch die Möglichkeit, dass Du diesen Brief allein lesen wirst. Es bricht mir das Herz zu denken, dass der Fall sein könnte. Dass ich Dich niemals aufwachsen sehe. Niemals Dein Lachen hören werde. Großer Gott, dass ich Dich noch nicht einmal sprechen hören werde.

Und schlimmer noch, dass Du ohne uns aufwächst. Dass Du Deine Eltern niemals kennenlernen wirst, außer über Fotografien und Geschichten. Es ist eine riesige Lücke, die dieser Brief niemals füllen kann. Aber es gibt einige Dinge, die ich dir sagen muss.

Ich hatte einen Freund, einen guten Freund, namens Mitchell. Er war ein Vampir, aber er ignorierte die traditionelle Rivalität zwischen Werwölfen und Vampiren. Mitchell entschied sich stattdessen für die verrückte Idee, mich einfach als ein Mann namens George zu sehen . Wir unterstützten uns gegenseitig und gaben einander Rückhalt. Und für eine Weile waren wir glücklich.

Gute Freunde können so stark wie Familie sein. Und sie können so schlecht, wie eine Familie sein. Sie können Dich verderben, Dich hängen lassen und Dich verrückt werden lassen. Aber Du musst immer wieder versuchen das Vertrauen in sie wiederzuerlangen, denn wenn Dich die Niederlagen und der Verrat herunterziehen, dann hat die Dunkelheit gewonnen.

Mitchell holte die Dunkelheit ein. Letztlich, siegte das was er war über die Person, die er war. Ein "guter " Vampir ist eine schöne Idee, aber Vampire bekämpfen, das was sie sind, jeden Tag. Und früher oder später fallen sie immer . Mitchell fiel und er nahm eine Menge Leute mit.

Trotzdem hoffe ich, dass Du einen so guten Freund wie Mitchell findest. Ich hoffe nur, dass es kein Vampir sein wird.

Trotz meiner Erfahrung mit ihm, flehe ich Dich an, den Vampiren fernzubleiben. Mitchell war die Ausnahme, nicht die Regel. Vampire töteten deine Mutter und sie werden mich wahrscheinlich auch umgebringen, was Grund genug sein sollte. Ich denke, wir hatten eine gute Zeit, unsere verrückte kleine Familie, ich, deine Mutter, Mitchell und Annie.

Annie war das Herz unserer kleinen Gruppe. Die wärmste, freundlichste, zwanghafteste Teeherrstellerin, den ich je gekannt habe . Sie hatte nach ihrem Tod mehr Leben in sich als die meisten Menschen vor ihrem Tod. Ist sie noch bei Dir, während Du aufwächst? Ist egoistisch von mir, zu hoffen, dass sie es ist? Ich nehme an, dass sie eines Tages auch ins Jenseits hinüber geht. Ein Teil von mir fragt sich, ob sie so lange geblieben ist, weil sie wusste, dass wir sie brauchen.

Ich will mehr schreiben. Ich möchte weitermachen, bis ich kein Papier und keine Tinte mehr habe, aber ich merke, dass dieser Brief nie lang genug sein kann. Es sollte Jahre dauern, um ihn zu schreiben und ihn zu lesen. Doch nun merke ich , dass ich Dir nicht wirklich diesen Brief schreiben will, sondern Dich aufwachsen sehen will. Dir alles, was ich weiß, persönlich sagen will, an dem Punkt an dem Du es am meisten brauchst. Und wenn Dir dieser Brief überhaupt etwas bedeutet , dann heißt es, dass dieses nicht geschehen ist.

Aber ich muss über deine Mutter reden, bevor ich gehe. Tapferer kleiner Dynamo, meine Nina. Mutig und hart wie ein Diamant. Ein Lächeln wie die Sonne. Diejenigen die immer durch die Lügen, die wir uns selbst erzählten hindurchsah. Sie würde immer das Richtige tun , auch wenn es weh täte. Ein kleines Wunder, mit nur einem Moment des Wahnsinns, am Tag an dem sie mich wählte.

Ich frage mich, ob Du wie Nina aussiehst, wenn Du erwachsen bist? Das würde mich sehr stolz machen und gleichzeitig mein Herz brechen. Ich hoffe zumindest , dass Du ihre Ohren hast und nicht meine.

Einen Witz auf dieser Seite ist eine seltsame Sache . Ich schreibe es jetzt und lächle. Jahre später liest Du es und vielleicht lächelst Du ebenfallst. Vielleicht weinst Du.

Der Tod ist anders für uns. Wir wissen, dass es etwas neben der körperlichen Welt gibt. Etwas wird weiterleben. Und Du wirst vielleicht denken, dass auf Grund all dem, was ich gesehen habe, der Tod Deiner Mutter etwas weniger weh tut. Dem ist jedoch nicht so. Es tut unglaublich weh.

Ich hoffe, sie lebt noch immer irgendwo anders und dass sie auf mich wartet . Vielleicht warten wir auf Dich, während Du dies liest , während wir von der anderen Seite aus über Dich wachen. Es ist nicht zu viel um darauf zu hoffen, oder? Es gibt noch so vieles mehr, was ich Dir sagen will. Aber diese Worte scheinen leer auf der Seite. Sie sind nicht stark genug für meine Gefühle, für alles das, was ich sagen will , aber ich werde trotzdem sagen :

Wo immer Du bist , wer immer Du geworden bist, wir sind stolz auf dich.

Dein Vater ,

George.

Englisch (Original):

Dear Eve,

I hope that this is a waste of time. That I am simply paranoid and that I will write this and then live a long and happy life. Better yet, I hope that I am reading this with you. That you've found it in some old shoe box and asked me, you're grey haired silly old father, what it is. That would be wonderful. Then we could just dismiss this as some pointless thing I wrote when I was younger. When I feared for our lives. It would be lovely if we could laugh about this together.

But there is a good chance you're reading this alone.

It breaks my heart to think that might be the case. That I will never see you grow. Never hear you laugh. Good God, that I will never even hear you speak.

And worse than that, that you could grow up without us. Never knowing your parents, beyond photographs, beyond stories. It's a massive void to fill that this letter can never hope to fill. But there are some things I need to tell you.

I had a friend, a good friend, called Mitchell. He was a Vampire, but ignored the traditional rivalry between our groups and opted instead for the crazy idea of just seeing me as a man called George. We had each others backs. And for a while we were happy.

Good friends can be as strong as family. And they can be as bad as family. They can mess you up and let you down and drive you insane. But you have to keep trying, you have to keep trusting, because if you allow the let-downs and the betrayals wear you down and close off your heart, then the darkness has won.

The darkness won with Mitchell. Ultimately what he was won over who he was. A “good” Vampire is a lovely idea, but they are fighting what they are, their basic drive, on an daily basis. And sooner or later they always fall. Mitchell fell and he took a lot of people with him.

All the same, I hope you find a friend as good as Mitchell. I just hope it isn't a Vampire.

Despite my experience with him I implore you, stay away from them. He was the exception, not the rule. They killed your mother and probably killed me, which should be reason enough.

I suppose we had a good run, our messed up little family. Me your mother, Mitchell and Annie.

Annie she was the heart of our little group. The warmest, kindest, obsessive maker of tea I've ever known. She lived more life after she died than most people do before. Is she still around as you grow? Is it selfish of me to hope she is? I suppose she has to pass over one day. Part of me wonders whether she's stayed around as long as she has because she knows on some level that we need her.

I want to write more. I want to keep going until I run out of paper and ink and daylight, but I realise that this letter can never be long enough. It wants to take years to write and years to read and then I realise *that it* (crossed out) what I really want is not to write you a letter but to raise you. See you grow. Tell you everything I know in person, at the point when you need it most. And if this letter means anything to you now, then that hasn't happened. But I must talk about your mother before I go. Brave little dynamo, my Nina. Fearless. Hard like a diamond. A smile like the sun. Who always cut through the lies we tell ourselves in every situation. Who would do the right thing even when it hurt. A tiny marvel who had only one moment of insanity on the day she picked me.

I wonder, will you grow up to look like her? That would make me so proud and break my heart at the same time, I hope at least, that you get her ears nor mine.

Making a joke on this page is a strange thing. I write it now and smile, setting it down and then years later it unfolds in your mind and perhaps you smile, perhaps laugh. Perhaps cry.

Death is different for us. For those of us who know, beyond any doubt, that there is something beyond the physical. That something lives on. And you would think, given all I have seen, all that I know, that your mothers death would not have quite the same sting. But it does. It does.

I hope she still lives on somewhere else, that she waits for me. Maybe as you read this, we wait for you, watching over you from the other side. It's not too much to hope for, is it?

There is so much more I want to tell you but these words seem hollow on the page. They're not big enough for my feelings, for what I want to say, but I will say them anyway:

Wherever you are, whoever you have become we are proud of you.

Your father,

George.




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